Flüssiges Gold aus Neukölln

von Theresa Dühn, Initiatorin DIE DICKE LINDA

Thomas in Imkerstracht


Etwa 150 kg Honig produziert ein Volk pro Jahr, doch ...

 

... nur etwa 20% des Honigs nutzen wir Menschen. Den Großteil verbrauchen die Bienen selbst.

 

Gäbe es Imkern als Schulfach, wäre Thomas der beste Lehrer. Er ist unser DICKE LINDA-Imker und seine Leidenschaft für Bienen steckt an. Der Wahl-Neuköllner erklärt das Honigmachen in den schönsten Farben. Gute drei Stunden haben wir uns unterhalten - und wäre es nicht kalt geworden, hätten wir vermutlich noch länger in seinem Britzer Garten gesessen.

 

Genau dort stehen acht seiner ingesamt 13 Völker. Jetzt, wenn die Nächte kälter werden, ziehen sich die Bienen zum Überwintern in ihren Stock zurück. Einige haben wir noch fliegen sehen - mit Pollen im Gepäck.

 

"Der Britzer Honig, den meine Bienen hier produzieren, stammt vom Nektar unterschiedlichster Gemüse- und Obstblüten, von Gräsern und Kräutern. Eben alles, was in den Kleingärten ringsherum wächst", sagt der Hobbyimker, der nun seit drei Jahren Honig erntet. Wir kosten: Britz ist süß mit einer kleinen scharfen Note.

 

In Rixdorf am Richardplatz und in der Gropiusstadt sind seine anderen fünf Kästen zuhause. Beide Orte haben etwas gemein: Sie sind Grundschulen. "Schon so manches Mal hatte ich meinen Auftritt im Biologie-Unterricht", schmunzelt Thomas. Insgeheim tatsächlich ein Lehrer, dachte ich.

 

Auch die beiden Schul-Sorten gehen nicht an mir vorbei. Rixdorf fruchtig, die Gropiusstadt angenehm würzig. Mit noch klebrigen Händen notiere ich es in meinen Block. Kein Honig wie der andere.

 

"Was macht die Neuköllner Honig Manufaktur besonders?", frage ich. Thomas tippt auf ein verschraubtes Honigglas. "Ich wollte kein Normglas, keinen Plastikdeckel, kein Standard-Etikett." Ein kleiner Imkerrebell? Wer die gängigen Honiggläser nutzt, verpflichte sich zum tageweisen Cremigrühren, erklärt er mir. Lieber lässt er das flüssige Gold nach dem Schleudern sofort ins Glas fließen. Fertig. Er hält einen älteren Honig gegen das Licht: "Absolut naturbelassen und nach zwei Jahren noch nicht kristallisiert".

 

Auch wenn Honig Rohkost ist, ist er lange, lange haltbar - verschlossen versteht sich. Auch wenn es eine gesetzlich vorgeschriebene Mindesthaltbarkeit von zwei Jahren gibt, könne man ihn weiterhin bedenkenlos essen, so der Honigexperte. "Ist er doch mal schlecht, schlägt er wohl Blasen, erzählt man sich." Thomas drückt mir augenzwinkernd ein Glas Honig zum Abschied in die Hand.

 

Später, zuhause angekommen, machte ich mir erstmal einen wärmenden Tee mit, klar, samtig-süßen Neuköllner Honig. Hmmm...

Unter www-neukoellner-honig-manufaktur.de gibt's mehr zu Thomas und den Bienen.

 

Bezugsquellen: Neukölln Info Center (NIC) im Rathaus, im Weinladen Landsmann (Schillerkiez), im Feinschlicht (Sonnenallee 133), online auf obergudt.de und natürlich auf der DICKEN LINDA.




In Berlin bieten einige Vereine Imker-Kurse an. Die Nächsten starten im Frühjahr.


Mehr Infos dazu unter www.imkerverband-berlin.de


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